Kurzgeschichten http://kurzgeschichten.soup.io/ Kurzgeschichten http://kurzgeschichten.soup.io/ http://0.asset.soup.io/asset/0292/7648_f4ed.jpeg 128 128 Copyright Nuh Sarche   Der Morgen vor 20 Jahren, der mich prägte… {"tags":[],"type":"image","source":null,"body":"\u003Cp\u003E\u003Cb\u003EDer Morgen vor 20 Jahren, der mich pr\u00e4gte\u2026\u003C/b\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EEs muss vor genau 20 Jahren gewesen sein, als ich f\u00fcr eine Viertelstunde aufgehalten worden war\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ELediglich 15 Minuten, die mir aber wie eine Unendlichkeit vorkamen und die sich f\u00fcr immer in mein Ged\u00e4chtnis einpr\u00e4gten\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EIch wohnte damals in Kreuzberg, in der \u003Ca href=\"http://maps.google.de/maps?q=cuvrystra%C3%9Fe\u0026amp;oe=utf-8\u0026amp;rls=org.mozilla:de:official\u0026amp;client=firefox-a\u0026amp;um=1\u0026amp;ie=UTF-8\u0026amp;hq=\u0026amp;hnear=Cuvrystra%C3%9Fe,+10997+Berlin\u0026amp;gl=de\u0026amp;ei=zJPLSub3DZCD_AaTm7W1BQ\u0026amp;sa=X\u0026amp;oi=geocode_result\u0026amp;ct=image\u0026amp;resnum=1\"\u003ECuvrystra\u00dfe\u003C/a\u003E\u2026 Und es war ein grauer, kalter und nebliger Morgen\u2026 Ich war auf dem Weg zur Schule, aber ich sollte heute zu sp\u00e4t kommen\u2026 Ich kam sonst nie zu sp\u00e4t\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EIch lief wie immer los, aber an der Kreuzung zur Schlesischen Stra\u00dfe kam ich dann nicht mehr weiter\u2026 Pl\u00f6tzlich befand ich mich mitten im Krieg\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EIch stand in einer Sackgasse\u2026 Hinter mir die paar Meter der Cuvrystra\u00dfe, die genau am Spreeufer endete, nur durch einen kleinen Zaun getrennt von den dort unten immer patroulierenden DDR-Grenzbooten, die vor der Oberbaumbr\u00fccke immer kehrt machten und auf uns Kinder zurasten, die wir regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber den Zaun sprangen, auf einen 2 Meter breiten gemauerten Anglersteg, um diese Reaktion zu provozieren\u2026 Wir warteten dann immer auf den H\u00f6hepunkt als die Grenzer uns mit dem Megaphon anfingen zu warnen, wobei sie einfach nur h\u00e4tten die Hand ausstrecken brauchen, um uns aufs Motorboot zu ziehen\u2026 Aber wir waren immer schon wieder nach oben gesprungen als wir sie die Kurve vor der Oberbaumbr\u00fccke nehmen sahen\u2026 Ein Hops und wir waren nicht mehr an der Grenze, unten einen Meter \u00fcber der Spree, sondern im sicheren West-Berlin, hinter dem kleinen Zaun\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E100 Meter hinter mir war also die Cuvrystra\u00dfe-Sackgasse und die Spree und die DDR-Grenzer, und 100 Meter vor mir die Schlesische Stra\u00dfe, als ich die Gespenster an diesem grauen Morgen erblickte\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EIch war gefangen\u2026 Gefangen zwischen dem Ost- und dem Westblock\u2026 Und ich konnte weder nach hinten noch nach vorn\u2026 Ich befand mich mitten im Krieg\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDenn vor mir rollte eine gespenstische Kollone von US-Panzern\u2026 Riesige laute Monster und aus jeder Lucke jeden Panzers lugte oben ein US-Soldat in voller Montur, mit einem Helm, einer Brille und einem Gewehr\u2026 Unz\u00e4hlige Panzer\u2026 Unz\u00e4hlige Soldaten\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EF\u00fcr mich konnte es nur eins bedeuten\u2026 Wir befinden uns im Krieg!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EIch, tausendfach indoktriniert mit Kriegsfilmen, damals noch in einem anderem System\u2026 Mit der lebhaften Erinnerung an die Verhaftung meiner in der Danziger Werft mit Walesa arbeitetenden Onkel w\u00e4hrend des Ausnahmezustandes Anfang der 80er Jahre, die mir mitgeteilt wurde als ich gerade auf der TV-Mattscheibe das mit Panzern auf die Menschen zurollende polnische Milit\u00e4r sah\u2026 Ich sah jetzt und hier wieder Panzer rollen\u2026 Diesmal genau vor mir\u2026 Und darin die Soldaten mit Gewehren\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EVielleicht w\u00e4re es anders, wenn es nur Maschinen w\u00e4ren\u2026 Eine lange Kolonne lebloser Kriegsmaschinen\u2026 Aber nein\u2026 Da waren Menschen drin\u2026 Es waren keine leblosen Panzer wie die, auf denen ich vorher herumspielen konnte\u2026 Alte Panzerwracks aus dem 2. Weltkrieg, die in Danzig als Mahnmale eingemauert und seelenlos in den Parks herumstanden\u2026 Diese Panzer hier waren anders\u2026 Diese waren lebendig\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd sie versperrten mir meinen Weg zur Schule\u2026 Vielleicht eine Viertelstunde lang\u2026 Aber diese f\u00fcr mich unendlich andauernde Viertelstunde lang befand ich mich im Krieg, in einem Niemandsland zwischen dem Osten und dem Westen\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDabei waren wir doch gerade ein paar Jahre zuvor aus dem Ostblock \u2018gen Frieden gefl\u00fcchtet\u2026 Wir wollten in diesem West-Berlin frei und friedlich leben\u2026 Besch\u00fctzt zwar durch das US-Milit\u00e4r, dass aber nicht sichtbar war\u2026 Da war nur diese Gewissheit, dass sie unserem Frieden dienten\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAn diesem Morgen h\u00f6rte f\u00fcr mich aber der Frieden auf\u2026 Es war meine erste Begegnung mit dem Krieg\u2026 Und ganz egal wie friedlich diese Aktion auch gewesen sein mag, f\u00fcr mich brach da der Krieg gerade aus\u2026 Diese bedrohlichen US-Soldaten hatten mich markersch\u00fctternd erschreckt\u2026 Ich ging zwar gerade zur Schule, aber ich war mir in meiner kindlichen Naivit\u00e4t sicher, dass ich mein Wohnhaus nur noch als Ruine vorfinden w\u00fcrde, wenn ich zur\u00fcckkommen w\u00fcrde\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EIch wei\u00df heute nicht warum diese unendliche Panzer-Kollone in Richtung Mauer rollte, was sie dort wollte, und wo sie \u00fcberhaupt Platz fand, denn es sind nur noch ein paar Hundert Meter, bis dort, wo ungef\u00e4hr heute das beliebte Freischwimmer-Restaurant steht, die Mauer anfing\u2026 Das US-Milit\u00e4r konnte wohl schlecht \u00dcbungen auf meinem, zugegeben, riesigem Spielplatz dort an der Spreekanal-Kurve am Heckmannufer machen wollen\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESo bleiben mir heute die gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4nge unergr\u00fcnded\u2026 Lediglich die Erinnerung an die nach links rollenden und nicht aufh\u00f6ren wollenden Panzer an diesem grauen, nebligen Morgen ist unausl\u00f6schlich\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EIch wollte doch nur nicht zu sp\u00e4t zur Schule kommen, auch im Fall eines Krieges nicht\u2026 Aber ich kam an diesem Morgen zu sp\u00e4t, denn ich konnte mich nicht gegen die Macht der US-Panzer wehren\u2026 Ich konnte in diesem friedlichen West-Berlin nicht die paar Schritte \u00fcber die Stra\u00dfe zur U-Bahn gehen\u2026 Ich hatte das Gespenst des Krieges gesehen\u2026\u003C/p\u003E","url":"http://7.asset.soup.io/asset/0488/5447_b0d4.jpeg"} <p><a href=""><img alt="5447_b0d4_400" height="486" src="http://7.asset.soup.io/asset/0488/5447_b0d4_400.jpeg" width="400" /></a></p> <p><p><b>Der Morgen vor 20 Jahren, der mich prägte…</b></p> <p>Es muss vor genau 20 Jahren gewesen sein, als ich für eine Viertelstunde aufgehalten worden war…</p> <p>Lediglich 15 Minuten, die mir aber wie eine Unendlichkeit vorkamen und die sich für immer in mein Gedächtnis einprägten…</p> <p>Ich wohnte damals in Kreuzberg, in der <a href="http://maps.google.de/maps?q=cuvrystra%C3%9Fe&amp;oe=utf-8&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=Cuvrystra%C3%9Fe,+10997+Berlin&amp;gl=de&amp;ei=zJPLSub3DZCD_AaTm7W1BQ&amp;sa=X&amp;oi=geocode_result&amp;ct=image&amp;resnum=1">Cuvrystraße</a>… Und es war ein grauer, kalter und nebliger Morgen… Ich war auf dem Weg zur Schule, aber ich sollte heute zu spät kommen… Ich kam sonst nie zu spät…</p> <p>Ich lief wie immer los, aber an der Kreuzung zur Schlesischen Straße kam ich dann nicht mehr weiter… Plötzlich befand ich mich mitten im Krieg…</p> <p>Ich stand in einer Sackgasse… Hinter mir die paar Meter der Cuvrystraße, die genau am Spreeufer endete, nur durch einen kleinen Zaun getrennt von den dort unten immer patroulierenden DDR-Grenzbooten, die vor der Oberbaumbrücke immer kehrt machten und auf uns Kinder zurasten, die wir regelmäßig über den Zaun sprangen, auf einen 2 Meter breiten gemauerten Anglersteg, um diese Reaktion zu provozieren… Wir warteten dann immer auf den Höhepunkt als die Grenzer uns mit dem Megaphon anfingen zu warnen, wobei sie einfach nur hätten die Hand ausstrecken brauchen, um uns aufs Motorboot zu ziehen… Aber wir waren immer schon wieder nach oben gesprungen als wir sie die Kurve vor der Oberbaumbrücke nehmen sahen… Ein Hops und wir waren nicht mehr an der Grenze, unten einen Meter über der Spree, sondern im sicheren West-Berlin, hinter dem kleinen Zaun…</p> <p>100 Meter hinter mir war also die Cuvrystraße-Sackgasse und die Spree und die DDR-Grenzer, und 100 Meter vor mir die Schlesische Straße, als ich die Gespenster an diesem grauen Morgen erblickte…</p> <p>Ich war gefangen… Gefangen zwischen dem Ost- und dem Westblock… Und ich konnte weder nach hinten noch nach vorn… Ich befand mich mitten im Krieg…</p> <p>Denn vor mir rollte eine gespenstische Kollone von US-Panzern… Riesige laute Monster und aus jeder Lucke jeden Panzers lugte oben ein US-Soldat in voller Montur, mit einem Helm, einer Brille und einem Gewehr… Unzählige Panzer… Unzählige Soldaten…</p> <p>Für mich konnte es nur eins bedeuten… Wir befinden uns im Krieg!</p> <p>Ich, tausendfach indoktriniert mit Kriegsfilmen, damals noch in einem anderem System… Mit der lebhaften Erinnerung an die Verhaftung meiner in der Danziger Werft mit Walesa arbeitetenden Onkel während des Ausnahmezustandes Anfang der 80er Jahre, die mir mitgeteilt wurde als ich gerade auf der TV-Mattscheibe das mit Panzern auf die Menschen zurollende polnische Militär sah… Ich sah jetzt und hier wieder Panzer rollen… Diesmal genau vor mir… Und darin die Soldaten mit Gewehren…</p> <p>Vielleicht wäre es anders, wenn es nur Maschinen wären… Eine lange Kolonne lebloser Kriegsmaschinen… Aber nein… Da waren Menschen drin… Es waren keine leblosen Panzer wie die, auf denen ich vorher herumspielen konnte… Alte Panzerwracks aus dem 2. Weltkrieg, die in Danzig als Mahnmale eingemauert und seelenlos in den Parks herumstanden… Diese Panzer hier waren anders… Diese waren lebendig…</p> <p>Und sie versperrten mir meinen Weg zur Schule… Vielleicht eine Viertelstunde lang… Aber diese für mich unendlich andauernde Viertelstunde lang befand ich mich im Krieg, in einem Niemandsland zwischen dem Osten und dem Westen…</p> <p>Dabei waren wir doch gerade ein paar Jahre zuvor aus dem Ostblock ‘gen Frieden geflüchtet… Wir wollten in diesem West-Berlin frei und friedlich leben… Beschützt zwar durch das US-Militär, dass aber nicht sichtbar war… Da war nur diese Gewissheit, dass sie unserem Frieden dienten…</p> <p>An diesem Morgen hörte für mich aber der Frieden auf… Es war meine erste Begegnung mit dem Krieg… Und ganz egal wie friedlich diese Aktion auch gewesen sein mag, für mich brach da der Krieg gerade aus… Diese bedrohlichen US-Soldaten hatten mich markerschütternd erschreckt… Ich ging zwar gerade zur Schule, aber ich war mir in meiner kindlichen Naivität sicher, dass ich mein Wohnhaus nur noch als Ruine vorfinden würde, wenn ich zurückkommen würde…</p> <p>Ich weiß heute nicht warum diese unendliche Panzer-Kollone in Richtung Mauer rollte, was sie dort wollte, und wo sie überhaupt Platz fand, denn es sind nur noch ein paar Hundert Meter, bis dort, wo ungefähr heute das beliebte Freischwimmer-Restaurant steht, die Mauer anfing… Das US-Militär konnte wohl schlecht Übungen auf meinem, zugegeben, riesigem Spielplatz dort an der Spreekanal-Kurve am Heckmannufer machen wollen…</p> <p>So bleiben mir heute die größeren Zusammenhänge unergründed… Lediglich die Erinnerung an die nach links rollenden und nicht aufhören wollenden Panzer an diesem grauen, nebligen Morgen ist unauslöschlich…</p> <p>Ich wollte doch nur nicht zu spät zur Schule kommen, auch im Fall eines Krieges nicht… Aber ich kam an diesem Morgen zu spät, denn ich konnte mich nicht gegen die Macht der US-Panzer wehren… Ich konnte in diesem friedlichen West-Berlin nicht die paar Schritte über die Straße zur U-Bahn gehen… Ich hatte das Gespenst des Krieges gesehen…</p></p><p>[Reposted from <span class="user_container user134048" ><a class="" href="http://nuhsarche.soup.io/post/30645993/Der-Morgen-vor-20-Jahren-der-mich"><span class="name">nuhsarche</span></a></span>]</p>Tue, 06 Oct 2009 22:45:10 GMThttp://kurzgeschichten.soup.io/post/30659405/Der-Morgen-vor-20-Jahren-der-michurn:www-soup-io:1:30659405image Ich und meine Putzfrau... {"tags":[],"type":"regular","title":"Ich und meine Putzfrau...","source":null,"body":"Heute war es schon\nwieder so weit\u2026 Ich brauchte meine Putzfrau. Ganz dringend! Es sah bei mir zu\nHause aus wie bei Hempels unter dem Sofa. Also lie\u00df ich meine Putzfrau kommen.\nIch rufe sie nicht oft, aber manchmal muss es eben sein.\u00a0\n\u003Cdiv\u003E\u003Cbr /\u003E\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003EDiese Frau ist\nwirklich ein Goldschatz, sie macht mein Leben wieder sch\u00f6n! Sie kommt dann\nimmer, setzt sich erst einmal hin, trinkt einen Kaffee und dann legt sie los.\nSie bindet zuerst ihre Haare zusammen, sucht im Fernseher einen Musiksender und\nmacht die Musik ganz laut (deswegen lasse ich sie meistens nur kommen, wenn\nsonst keiner zu Hause ist). Dann \u00f6ffnet sie alle Fenster (so wissen auch\nendlich alle meine Nachbarn, dass bei mir was passiert) und f\u00e4ngt an zu putzen.\u00a0\n\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003E\u003Cbr /\u003E\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003ESie sch\u00fcttelt dabei\nzum Beispiel immer alle Teppiche und Badezimmermatten einfach vom Balkon aus,\nweswegen sich die fette Nachbarin von unten lauthals beschwert, aber das macht\nihr gar nichts. Sie br\u00fcllt dann immer was zur\u00fcck und macht einfach weiter. Ich\nk\u00f6nnte mir auch nicht vorstellen mit jedem einzelnen Teppich die drei Stockwerke\nnach unten und \u00fcber den Parkplatz zu der Teppichklopfstange zu rennen, um ihn\nsauber zu machen. Ich h\u00e4tte ja nicht einmal einen Teppichklopfer f\u00fcr sie, wenn\nsie es machen w\u00fcrde. Wer hat denn heute noch einen Teppichklopfer? Wo sollte\nman so ein Ding heutzutage noch kaufen? Die sind doch zusammen mit den hauptberuflichen Hausfrauen ausgestorben...\u00a0\n\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003E\u003Cbr /\u003E\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003ENa ja, auf jeden\nFall macht die Putzfrau schon ziemlich gut sauber, genauso wie ich es gerne\nhabe. Und das allerbeste an ihr ist, dass sie das alles total kostenlos macht!\nWirklich! Sie nimmt keinen einzigen Cent! Deswegen lasse ich sie ja nicht so\noft kommen wie ich es eigentlich am liebsten h\u00e4tte. Es ist dann doch irgendwie\npeinlich\u2026 Wenn schon jemand arbeitet ohne daf\u00fcr Geld zu nehmen, dann kann ich ihn\nja doch nicht alle 5 Minuten rufen! Ich habe mich auch mal gefragt, warum sie\n\u00fcberhaupt kommt, wenn sie doch alles umsonst macht\u2026 Und \"umsonst\"\nmeint hier sowohl den fehlenden Lohn, als auch die Tatsache, dass alles gleich\nwieder unordentlich und schmutzig ist. Und sie hat es dann so erkl\u00e4rt:\u00a0\n\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003E\u003Cbr /\u003E\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003E\"Ich putze,\nweil ich die Welt ein bisschen sch\u00f6ner machen m\u00f6chte. Dreck und Unordnung kann\nich nicht ausstehen.\"\u00a0\n\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003E\u003Cbr /\u003E\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003EJa\u2026 Nachvollziehbar\u2026\nAuf jeden Fall war sie heute da und hat das Bade- und das Schlafzimmer\npikobello sauber gemacht. F\u00fcr mehr hatte sie heute leider keine Zeit. Ich werde\nsie f\u00fcr den Rest der Wohnung aber noch brauchen und bald wieder rufen m\u00fcssen.\nWenn es mir doch nur nicht so peinlich w\u00e4re\u2026\u00a0\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003E\u003Cbr /\u003E\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003EIch h\u00e4tte es heute\nzwar lieber gehabt, wenn diese Frau gleich die ganze Wohnung in einem Wisch\ngeputzt h\u00e4tte, weil hier ein Fr\u00fchlingsputz echt notwendig ist. Aber was soll\nman tun? Ich kann sie doch nicht unter Druck setzen... Als sie also fertig war,\nda machte ich den Fernseher aus, \u00f6ffnete wieder meine Haare und ging raus, das\nsch\u00f6ne Wetter genie\u00dfen. Ich kann in meiner Freizeit doch nicht den ganzen Tag nur als MEINE EIGENE Putzfrau schuften... \u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003E\u003Cbr /\u003E\u003C/div\u003E\u003Cdiv\u003ENuh Sarche\u003C/div\u003E"} Heute war es schon wieder so weit… Ich brauchte meine Putzfrau. Ganz dringend! Es sah bei mir zu Hause aus wie bei Hempels unter dem Sofa. Also ließ ich meine Putzfrau kommen. Ich rufe sie nicht oft, aber manchmal muss es eben sein.  <div><br /></div><div>Diese Frau ist wirklich ein Goldschatz, sie macht mein Leben wieder schön! Sie kommt dann immer, setzt sich erst einmal hin, trinkt einen Kaffee und dann legt sie los. Sie bindet zuerst ihre Haare zusammen, sucht im Fernseher einen Musiksender und macht die Musik ganz laut (deswegen lasse ich sie meistens nur kommen, wenn sonst keiner zu Hause ist). Dann öffnet sie alle Fenster (so wissen auch endlich alle meine Nachbarn, dass bei mir was passiert) und fängt an zu putzen.  </div><div><br /></div><div>Sie schüttelt dabei zum Beispiel immer alle Teppiche und Badezimmermatten einfach vom Balkon aus, weswegen sich die fette Nachbarin von unten lauthals beschwert, aber das macht ihr gar nichts. Sie brüllt dann immer was zurück und macht einfach weiter. Ich könnte mir auch nicht vorstellen mit jedem einzelnen Teppich die drei Stockwerke nach unten und über den Parkplatz zu der Teppichklopfstange zu rennen, um ihn sauber zu machen. Ich hätte ja nicht einmal einen Teppichklopfer für sie, wenn sie es machen würde. Wer hat denn heute noch einen Teppichklopfer? Wo sollte man so ein Ding heutzutage noch kaufen? Die sind doch zusammen mit den hauptberuflichen Hausfrauen ausgestorben...  </div><div><br /></div><div>Na ja, auf jeden Fall macht die Putzfrau schon ziemlich gut sauber, genauso wie ich es gerne habe. Und das allerbeste an ihr ist, dass sie das alles total kostenlos macht! Wirklich! Sie nimmt keinen einzigen Cent! Deswegen lasse ich sie ja nicht so oft kommen wie ich es eigentlich am liebsten hätte. Es ist dann doch irgendwie peinlich… Wenn schon jemand arbeitet ohne dafür Geld zu nehmen, dann kann ich ihn ja doch nicht alle 5 Minuten rufen! Ich habe mich auch mal gefragt, warum sie überhaupt kommt, wenn sie doch alles umsonst macht… Und "umsonst" meint hier sowohl den fehlenden Lohn, als auch die Tatsache, dass alles gleich wieder unordentlich und schmutzig ist. Und sie hat es dann so erklärt:  </div><div><br /></div><div>"Ich putze, weil ich die Welt ein bisschen schöner machen möchte. Dreck und Unordnung kann ich nicht ausstehen."  </div><div><br /></div><div>Ja… Nachvollziehbar… Auf jeden Fall war sie heute da und hat das Bade- und das Schlafzimmer pikobello sauber gemacht. Für mehr hatte sie heute leider keine Zeit. Ich werde sie für den Rest der Wohnung aber noch brauchen und bald wieder rufen müssen. Wenn es mir doch nur nicht so peinlich wäre… </div><div><br /></div><div>Ich hätte es heute zwar lieber gehabt, wenn diese Frau gleich die ganze Wohnung in einem Wisch geputzt hätte, weil hier ein Frühlingsputz echt notwendig ist. Aber was soll man tun? Ich kann sie doch nicht unter Druck setzen... Als sie also fertig war, da machte ich den Fernseher aus, öffnete wieder meine Haare und ging raus, das schöne Wetter genießen. Ich kann in meiner Freizeit doch nicht den ganzen Tag nur als MEINE EIGENE Putzfrau schuften... </div><div><br /></div><div>Nuh Sarche</div>Thu, 23 Apr 2009 22:55:09 GMThttp://kurzgeschichten.soup.io/post/17824218/Ich-und-meine-Putzfrauurn:www-soup-io:1:17824218regular Mein neues Bett… {"tags":[],"type":"regular","title":"Mein neues Bett\u2026","source":null,"body":"\u003Cp\u003EDrau\u00dfen vor dem Laden rauchte ich schnell noch eine. Bem\u00fcht es so\nhinzukriegen, dass es keiner merkte. Und als ich so langsam, versteckt\nrauchend zum Eingang spazierte, da kam mir so eine entgegen, langsam,\nimmer n\u00e4her, bis sie meine imagin\u00e4re\nR\u00fcck-mir-nicht-zu-nah-auf-die-Pelle-Grenze \u00fcberschritt, mich angrinste,\nmir ihre Kippe entgegenstreckte und fragte: \u201cHast du mal Feuer?\u201d Also\nkramte ich hastig in meiner schicken Handtasche, fand endlich das\nFeuerzeug und gab es ihr. Sie grinste nur weiter, machte ihre Zigarette\nan und wackelte dankend wieder weg.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESo! Das hatte ich nun davon! Ich, eine \u00fcberzeugte Nichtraucherin!\nSeitdem ich vor 10 Jahren aufgeh\u00f6rt hatte zu rauchen entwickelte sich\nbei mir eine regelrechte Abscheu vor den ganzen weiterrauchenden\nProleten. Also zu den wollte ich auf keinen Fall dazugeh\u00f6ren. Und nu?\nDa solidarisiert sich mal eben eine rauchende Asoziale mit mir! Muss\nwohl an den Raucherunfreundlichen-Zeiten neuerdings liegen, da r\u00fcckt\nzusammen, was nicht zusammengeh\u00f6rt\u2026 Das lie\u00df mich mal wieder dieses\nganze Ach-was-soll\u2019s-dann-rauche-ich-doch-eben-wieder-Ding geh\u00f6rig\n\u00fcberdenken. Aber erst nachdem ich wieder zu Hause war. Jetzt war ich\nnoch auf der Suche nach einem neuen Bett. Deshalb der ganze Ausflug in\nden M\u00f6belladen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd als ich so die Rolltreppe nach oben in die\nSchlafzimmer-Abteilung bef\u00f6rdert wurde, sah ich von weitem sofort mein\nTraumbett. Wei\u00df, Kunstleder-Verkleidung (oder wie nennt man noch dieses\nPlastikzeug?), Sonderangebot, Preis 299 Euro ohne Lattenrost und\nMatratzen. Also ging ich daraufhin gleich, ohne den Rest der\nAusstellung zu begutachten, zu dem hinter einem Schreibtisch in seine\nArbeit am Computer vertieften Verkaufspersonal. Verkaufspersonal\nbeschreibt hier einen schicken Mann im (Ma\u00df?)Anzug (das kann ich immer\nso schlecht beurteilen\u2026). Und ich fragte nach dem Bett-Endpreis mit\nLattenrost und Matratzen. Und da rechnete er im Taschenrechner-Programm\ndes Computers: 299 Euro f\u00fcrs Bett, plus zwei Lattenroste (gerade im\nAngebot!) f\u00fcr je 79 Euro und noch zwei von den g\u00fcnstigsten besten\nMatratzen je 249 Euro\u2026 Das w\u00e4ren dann 955 Euro\u2026 Und ob er mir nicht\ngleich auch die Matratzen zeigen k\u00f6nnte? \u00dcbrigens die Matratzen w\u00e4ren\nauch im Sonderangebot, da sollte ich mich relativ schnell entscheiden,\nkam noch auf dem Weg in die Matratzenabteilung von ihm.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAlso da, auf diese rechte sollte ich mal eben hinlegen, die Schuhe\nbitte vorher ausziehen, t\u00f6nte es vom erfahrenen Verkaufspersonal, mit\neinem charmanten L\u00e4cheln vorgetragen. Also tat ich wie befohlen und\nlegte mich auf dem R\u00fccken schuhlos hin. \u201cUnd bitte entspannen.\u201d Also\nentspannte ich mich. \u201cNoch mehr entspannen.\u201d Also entspannte ich mich\nnoch mehr. \u201cNein, sie sind immer noch nicht entspannt!\u201d Nein, war ich\nwirklich nicht. Aber wie zum Henker konnte er es sehen, dass ich mir\ngerade Gedanken \u00fcber m\u00f6gliche L\u00f6cher in meinen Socken machte, und\nversuchte m\u00f6glichst so zu liegen, dass es ihm im Falle des Falles auf\nkeinen Fall auffallen sollte. Na ja, war eben sehr erfahren das\nVerkaufspersonal\u2026 Also entspannte ich mich mehr, auf die Gefahr eines\nSockenlochs hin, denn ich hatte die Augen geschlossen, genoss die\nMatratzenbequemlichkeit und konnte nicht mehr orten, wo er stand. \u201cUnd\njetzt die Seitenlage bitte.\u201d Also drehte ich mich auf die Seite. \u201cIch\ndarf mal bitte.\u201d Und er packte seine H\u00e4nde unvermittelt je auf meine\nH\u00fcfte und unter meine andere. Da ich aber so entspannt war, konnte ich\nnun nicht mal mehr zusammenzucken\u2026 \u201cUnd da zeigt sich die Qualit\u00e4t der\nMatratze, denn obwohl ihr Ges\u00e4\u00df in die Matratze eingesunken ist, haben\nsie noch Raum zur H\u00fcfte hin und die Wirbels\u00e4ule kann sich in der Gerade\nentspannen\u2026 bla bla bla.\u201d\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDie Vorf\u00fchrung kam zum Ende, ich stand auf und fragte naiv: \u201cAlso\ndas sind die Matratzen die sie mir vorgerechnet haben\u201d, weil ich meine\nsinnlichen Eindr\u00fccke mit dem Vorgespr\u00e4ch mental in Zusammenhang bringen\nund zusammen abspeichern wollte. \u201cAber wo! Diese kosten je 549 Euro,\nsind allerdings nicht gerade im Sonderangebot wie die anderen. Die\nanderen sind hier.\u201d Und er zeigte mir fast genauso aussehende Matratzen\nnebenan. \u201cIch sage immer, wenn man die teureren mal ausprobiert hat,\nist f\u00fcr die anderen f\u00fcr immer versaut. Aber probieren sie mal selber.\u201d\nSagte das Verkaufspersonal und l\u00e4chelte breit. Gar nicht mal uncharmant\nund ziemlich gut aussehend, musste ich mal eben feststellen. Ob das an\ndem Vollk\u00f6rperkontakt lag? Ich verga\u00df beinahe mich innerlich \u00fcber die\nIrref\u00fchrung aufzuregen, aber nur beinahe. Ich legte mich auf die\nSonderangebots-Matratze hin und musste feststellen, dass der Komfort im\nVergleich zu vorhin wohl tats\u00e4chlich nicht 100%ig war. Aber kam es denn\nauf die paar Prozente an, angesichts der 600 Euro (!) Mehrausgabe? Ich\n\u00fcberlegte angestrengt w\u00e4hrend es mich \u00fcber Kaltschaum und\nWirbels\u00e4ulen-Entspannung l\u00e4chelnd und immer besser aussehend belehrte\u2026\nAls ich fertig war bekam ich unaufgefordert seinen Namen und\nTelefonnummer am Schreibtisch, zusammen mit seinen arbeitsfreien Tagen\nauf die Visitenkarte gekritzelt, denn ich sollte mir vielleicht wegen\ndes Sonderangebots nicht allzuviel Zeit lassen\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWar das jetzt eine Anmache? Ich bin ein wenig aus der \u00dcbung\u2026 Ich\nsteckte also die Visitenkarte in meine Handtasche und rollte die\nTreppen zum Ausgang. Und umso weiter ich mich entfernte, desto mehr\nbeschlich mich die Sicherheit, dass es doch eine Anmache war. Es konnte\nschlicht und ergreifend keine Verkaufsstrategie sein. Dieser ganze\nCharme und der Vollk\u00f6rperkontakt und so\u2026 So gemein sind die Verk\u00e4ufer\nnicht! Sie w\u00fcrden sich doch niemals in einen (Ma\u00df)Anzug schmei\u00dfen und\neiner Frau ihre Telefonnummer in die Hand dr\u00fccken, nur um ihre teuren\nMatratzen loszuwerden (auf Provisionsbasis, versteht sich!) Also ging\nich raus und \u00fcberlegte, ob ich auf diese Anmache jetzt noch eine\nZigarette rauchen sollte\u2026\u201d\u003C/p\u003E\u003Cp\u003ENuh Sarche\u003C/p\u003E"} <p>Draußen vor dem Laden rauchte ich schnell noch eine. Bemüht es so hinzukriegen, dass es keiner merkte. Und als ich so langsam, versteckt rauchend zum Eingang spazierte, da kam mir so eine entgegen, langsam, immer näher, bis sie meine imaginäre Rück-mir-nicht-zu-nah-auf-die-Pelle-Grenze überschritt, mich angrinste, mir ihre Kippe entgegenstreckte und fragte: “Hast du mal Feuer?” Also kramte ich hastig in meiner schicken Handtasche, fand endlich das Feuerzeug und gab es ihr. Sie grinste nur weiter, machte ihre Zigarette an und wackelte dankend wieder weg.</p> <p>So! Das hatte ich nun davon! Ich, eine überzeugte Nichtraucherin! Seitdem ich vor 10 Jahren aufgehört hatte zu rauchen entwickelte sich bei mir eine regelrechte Abscheu vor den ganzen weiterrauchenden Proleten. Also zu den wollte ich auf keinen Fall dazugehören. Und nu? Da solidarisiert sich mal eben eine rauchende Asoziale mit mir! Muss wohl an den Raucherunfreundlichen-Zeiten neuerdings liegen, da rückt zusammen, was nicht zusammengehört… Das ließ mich mal wieder dieses ganze Ach-was-soll’s-dann-rauche-ich-doch-eben-wieder-Ding gehörig überdenken. Aber erst nachdem ich wieder zu Hause war. Jetzt war ich noch auf der Suche nach einem neuen Bett. Deshalb der ganze Ausflug in den Möbelladen.</p> <p>Und als ich so die Rolltreppe nach oben in die Schlafzimmer-Abteilung befördert wurde, sah ich von weitem sofort mein Traumbett. Weiß, Kunstleder-Verkleidung (oder wie nennt man noch dieses Plastikzeug?), Sonderangebot, Preis 299 Euro ohne Lattenrost und Matratzen. Also ging ich daraufhin gleich, ohne den Rest der Ausstellung zu begutachten, zu dem hinter einem Schreibtisch in seine Arbeit am Computer vertieften Verkaufspersonal. Verkaufspersonal beschreibt hier einen schicken Mann im (Maß?)Anzug (das kann ich immer so schlecht beurteilen…). Und ich fragte nach dem Bett-Endpreis mit Lattenrost und Matratzen. Und da rechnete er im Taschenrechner-Programm des Computers: 299 Euro fürs Bett, plus zwei Lattenroste (gerade im Angebot!) für je 79 Euro und noch zwei von den günstigsten besten Matratzen je 249 Euro… Das wären dann 955 Euro… Und ob er mir nicht gleich auch die Matratzen zeigen könnte? Übrigens die Matratzen wären auch im Sonderangebot, da sollte ich mich relativ schnell entscheiden, kam noch auf dem Weg in die Matratzenabteilung von ihm.</p> <p>Also da, auf diese rechte sollte ich mal eben hinlegen, die Schuhe bitte vorher ausziehen, tönte es vom erfahrenen Verkaufspersonal, mit einem charmanten Lächeln vorgetragen. Also tat ich wie befohlen und legte mich auf dem Rücken schuhlos hin. “Und bitte entspannen.” Also entspannte ich mich. “Noch mehr entspannen.” Also entspannte ich mich noch mehr. “Nein, sie sind immer noch nicht entspannt!” Nein, war ich wirklich nicht. Aber wie zum Henker konnte er es sehen, dass ich mir gerade Gedanken über mögliche Löcher in meinen Socken machte, und versuchte möglichst so zu liegen, dass es ihm im Falle des Falles auf keinen Fall auffallen sollte. Na ja, war eben sehr erfahren das Verkaufspersonal… Also entspannte ich mich mehr, auf die Gefahr eines Sockenlochs hin, denn ich hatte die Augen geschlossen, genoss die Matratzenbequemlichkeit und konnte nicht mehr orten, wo er stand. “Und jetzt die Seitenlage bitte.” Also drehte ich mich auf die Seite. “Ich darf mal bitte.” Und er packte seine Hände unvermittelt je auf meine Hüfte und unter meine andere. Da ich aber so entspannt war, konnte ich nun nicht mal mehr zusammenzucken… “Und da zeigt sich die Qualität der Matratze, denn obwohl ihr Gesäß in die Matratze eingesunken ist, haben sie noch Raum zur Hüfte hin und die Wirbelsäule kann sich in der Gerade entspannen… bla bla bla.”</p> <p>Die Vorführung kam zum Ende, ich stand auf und fragte naiv: “Also das sind die Matratzen die sie mir vorgerechnet haben”, weil ich meine sinnlichen Eindrücke mit dem Vorgespräch mental in Zusammenhang bringen und zusammen abspeichern wollte. “Aber wo! Diese kosten je 549 Euro, sind allerdings nicht gerade im Sonderangebot wie die anderen. Die anderen sind hier.” Und er zeigte mir fast genauso aussehende Matratzen nebenan. “Ich sage immer, wenn man die teureren mal ausprobiert hat, ist für die anderen für immer versaut. Aber probieren sie mal selber.” Sagte das Verkaufspersonal und lächelte breit. Gar nicht mal uncharmant und ziemlich gut aussehend, musste ich mal eben feststellen. Ob das an dem Vollkörperkontakt lag? Ich vergaß beinahe mich innerlich über die Irreführung aufzuregen, aber nur beinahe. Ich legte mich auf die Sonderangebots-Matratze hin und musste feststellen, dass der Komfort im Vergleich zu vorhin wohl tatsächlich nicht 100%ig war. Aber kam es denn auf die paar Prozente an, angesichts der 600 Euro (!) Mehrausgabe? Ich überlegte angestrengt während es mich über Kaltschaum und Wirbelsäulen-Entspannung lächelnd und immer besser aussehend belehrte… Als ich fertig war bekam ich unaufgefordert seinen Namen und Telefonnummer am Schreibtisch, zusammen mit seinen arbeitsfreien Tagen auf die Visitenkarte gekritzelt, denn ich sollte mir vielleicht wegen des Sonderangebots nicht allzuviel Zeit lassen…</p> <p>War das jetzt eine Anmache? Ich bin ein wenig aus der Übung… Ich steckte also die Visitenkarte in meine Handtasche und rollte die Treppen zum Ausgang. Und umso weiter ich mich entfernte, desto mehr beschlich mich die Sicherheit, dass es doch eine Anmache war. Es konnte schlicht und ergreifend keine Verkaufsstrategie sein. Dieser ganze Charme und der Vollkörperkontakt und so… So gemein sind die Verkäufer nicht! Sie würden sich doch niemals in einen (Maß)Anzug schmeißen und einer Frau ihre Telefonnummer in die Hand drücken, nur um ihre teuren Matratzen loszuwerden (auf Provisionsbasis, versteht sich!) Also ging ich raus und überlegte, ob ich auf diese Anmache jetzt noch eine Zigarette rauchen sollte…”</p><p>Nuh Sarche</p>Tue, 21 Apr 2009 11:04:06 GMThttp://kurzgeschichten.soup.io/post/17655984/Mein-neues-Betturn:www-soup-io:1:17655984regular Begegnungen mit dem ganz natürlichen Übernatürlichen… {"tags":[],"type":"regular","title":"Begegnungen mit dem ganz nat\u00fcrlichen \u00dcbernat\u00fcrlichen\u2026","source":null,"body":"\u003Cp\u003EJa\u2026 heute hatte ich eine Begegnung mit einer mir unbekannten Welt\u2026. Mit der Welt der unerkl\u00e4rlichen Ph\u00e4nomene\u2026 Wirklich!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAlso ich stehe so in der K\u00fcche mit dem Putzlappen in der Hand (denn\nheute habe ich mir vorgenommen die K\u00fcche mal so richtig auf Vordermann\nzu bringen)\u2026. Also ich stehe so rum und wische hier und da\u2026 und ich\nverr\u00fccke meine Mikrowelle, um auch darunter zu wischen, und da geht\npl\u00f6tzlich die Deckenlampe an!!!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EKlar, normalerweise ist das ja kein so gro\u00dfes Ereignis\u2026 Milliarden\nDeckenlampen gehen t\u00e4glich hundertfach an und aus\u2026 das stimmt\u2026. Aber\nbei meiner ist das was gaaaaaanz anderes! Die ist kaputt gewesen, und\nzwar schon monatelang!!!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EBei mir gab es in den letzten Monaten kein einfaches AN oder AUS bei\nmeinem K\u00fcchenlicht\u2026 Das war immer eine l\u00e4ngere Prozedur\u2026 Da ging ich\neben abends in die K\u00fcche, knipste automatisch meinen Schalter beim\nHineingehen an\u2026 und da passierte eben nichts\u2026 In Bruchteilen einer\nSekunde d\u00e4mmerte mir dann immer wieder\u2026 Klar! Licht kaputt!!! Aber mein\nGehirn fiel immer wieder auf den alten Automatismus herein\u2026 Reingehen,\nknipsen und an nichts denken\u2026 Bei mir war es dann letzter Zeit doch\nimmer mit einer Denkleistung verbunden gewesen, das einfache\nLichtanschalten\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDarauf folgte eine verd\u00e4chtig preisw\u00fcrdige gymnastische Leistung\n(bei der wenigen Bewegung seitdem meine Tochter auf der Welt ist\u2026 und\nnat\u00fcrlich meine ich hier nicht die blitzschnellen Bewegungen die Vase\naufzufangen bevor sie mit der heruntergerissenen Tischdecke auf den\nBoden kracht\u2026 hier ist eher die sportliche Bet\u00e4tigung gemeint, die aus\nZeitmangel dran glauben musste). Na ja\u2026 beim K\u00fcchenlicht einschalten\nmusste ich mich in den letzten Monaten ganz weit nach vorne beugen\n(\u00fcber meinen Sessel hinweg\u2026 ja ich habe sehr bequeme Sessel in der\nK\u00fcche\u2026 und der Deckenfluter passte leider nur in die Ecke hinter einen\nder Sessel) und mit Fingerspitzen den kleinen, sehr schwer fassbaren\nKippschalter meines Deckenfluters bet\u00e4tigen, den ich mir in die K\u00fcche\nreinstellen musste\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd das kam so\u2026.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EVor einiger Zeit h\u00f6rte ich beim \u00d6ffnen der Ofent\u00fcr einen\nf\u00fcrchterlich lauten Knall! Ich dachte jemand h\u00e4tte auf mich geschossen\nund h\u00e4tte mich fast auf den Boden geschmissen, w\u00fcrde es zu den\nBewegungsmustern meines K\u00f6rpers geh\u00f6ren auf den Knall des\nAngeschossen-werdens mich auf den Boden schmeissen zu m\u00fcssen\u2026 Aber das\ntut es nicht. Weder werde ich \u00f6fters angeschossen noch schmeisse ich\nmich daraufhin auf den Boden, obwohl ich es schon \u00f6fters in Filmen\ngesehen habe! Daher dachte ich, vielleicht sollte ich mich doch mal\nhinschmeissen, nachdem es geknallt hatte\u2026 Aber dann fand ich es doch\nnicht ganz so passend mich in meiner K\u00fcche beim Kuchenbacken in den\nheruntergefallenen Mehlresten zu w\u00e4lzen. Also \u00fcberlegte ich lieber\nwoher der Knall kam\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd der konnte nur vom Herd gekommen sein. Also unterzog ich ihn\neiner genaueren Pr\u00fcfung und fand heraus, dass wohl eine Feder sich\ngel\u00f6st haben musste (hmmmmm, ich wusste nicht, dass meine Ofent\u00fcr mit\nFedern funktioniert\u2026) und dann zum Gl\u00fcck irgendwohin ins metallene\nOfeninnere geschossen sein musste (zum Gl\u00fcck!). Als ich an der Ofent\u00fcr\ndran zog, konnte ich sie nun auf der rechte Seite ganz aushacken und\nschliessen konnte ich sie auch nicht mehr ganz dicht (und ich meine\nganz abgesehen von den seit Jahren sich beim Erhitzen ausdehnenden und\nherunterh\u00e4ngenden Gummidichtungen!).\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESo begl\u00fcckte ich meine Hausmeisterin mit der frohen Botschaft, dass\nich noch lebte. Jawohl! Ich lebte noch, obwohl der Ofen gerade auf mich\nein Attentat ver\u00fcbt hatte, zum Gl\u00fcck erfolglos! Und ich h\u00e4tte gerne\neinen neuen Ofen, da dieser schon drei mal repariert wurde und sowieso\nnie einwandfrei funktioniert h\u00e4tte. Jetzt sei es f\u00fcr mich doch zu\ngef\u00e4hrlich bei einer in der K\u00fcche wild tobenden Dreij\u00e4hrigen, da bei\ndem kleinsten Antippen die T\u00fcr ungestoppt runterfallen w\u00fcrde\u2026 Da war\ndie Hausmeisterin nat\u00fcrlich hocherfreut! So hocherfreut, dass sie mir\nschon nach noch nicht mal vier Wochen pers\u00f6nlich einen Besuch\nabstattete (ich \u00fcbte bis dahin einen offensiven\nOfenspeisen-Hungerstreik aus\u2026 Wer weiss vielleicht n\u00fctzte es ja was\u2026\u2026.).\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESie schickte nicht etwa einen neuen Ofen zu mir\u2026 Nein! Sie kam\npers\u00f6nlich! Sie musste ja den Attent\u00e4ter selber sehen und befinden, ob\ner nun hingerichtet werden m\u00fcsse oder nicht\u2026 Sie schaute sich den Ofen\neine ganze halbe Minute an und sagte, sie h\u00e4tte keine Ahnung, er sehe\ndoch noch ganz gut aus\u2026 Ich bestand dann aber doch noch auf einen\nTechniker\u2026 Der kam dann nach fast zwei Wochen, ganz unangemeldet\n(nachdem er mir ungefragt einen unpassenden Termin auf einem Zettel\nhingekritzelt im Briefkasten hinterlassen hatte, ohne eine\nTelefonnummer, wo ich h\u00e4tte den Termin verschieben k\u00f6nnen). Aber das\ngeschah mir ja nun recht, nachdem ich mit Absicht meiner Hausmeisterin\nkeine neue Telefonnummer gegeben hatte, die sie ihm h\u00e4tte geben\nk\u00f6nnen\u2026..\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAuf jeden Fall ist das Ende der Geschichte, dass er mir sofort einen\nneuen Herd zugestand, da dieser ja lebensgef\u00e4hrlich sei. Und er h\u00e4tte\nes schon bei den letzten Reparaturen schon angemerkt, dass es sich bei\ndiesem Herd nun wirklich nicht mehr lohne\u2026. Aber ich wisse ja\u2026\nWohngesellschaften! Fr\u00fcher h\u00e4tten die Leute ja ihre neuen Herde in den\nKellern verrosten lassen, weil es bei jedem Neueinzug einen neuen Herd\ngab\u2026 Heute wollten sie ja nicht mal bei so hoffnungslosen F\u00e4llen wie\ndiesem einen neuen Herd spendieren! Na ja\u2026. Am Ende hatte ich nach\nweiteren zwei Wochen doch einen neuen Herd!!! Einen nigelnagelneuen\nGasherd! Hatte ich noch nie! Super!\u2026\u2026..\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EBei dem Einbau mit demselben Techniker musste ich zwar meine halbe\nK\u00fcche auseinanderbauen, weil das Stromkabel des alten Herdes in der\nSteckdose hinter dem Geschirrsp\u00fcler eingesteckt war, woraufhin der\nGeschirrsp\u00fcler seinen Strom aus der Dose unter der Sp\u00fcle zapfen musste\u2026\nAber jetzt hatte ich ihn! Den neuen Herd!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EMeine Freude wurde aber am Abend gleich zerst\u00f6rt, als ich ihn mir\nnochmals stolz ansehen wollte, ich aber feststellen musste, dass nun\nmeine Deckenleuchte nicht mehr ging! Ich versuchte es mit neuen\nGl\u00fchbirnen, aber das war es nicht\u2026 Neuer Gasherd, aber kein\nDeckenlicht\u2026 irgendwie krank\u2026.! Aber ganz und gar WAHR!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EMit dieser wunderbaren Neuigkeit wollte ich meine nette\nHausmeisterin nicht erfreuen, also schleppte ich den Deckefluter an und\nmachte allabendlich Lichtanschaltgymnastik\u2026 Mein Mann war \u00fcbrigens auch\nhocherfreut! Das sind eben die t\u00e4glichen kleinen Freuden einer\nHausfrau\u2026 Aber ich wollte ja doch nur die Nerven der Hausmeisterin\nschonen und meine auch, da auf nochmaliges verr\u00fccken aller K\u00fcchenm\u00f6bel,\nund Schrauben l\u00f6sen, und Tischplatten anheben, und peinliche \u00d6lflecken\nunter den Schr\u00e4nken schnell abwischen u.s.w. hatte ich nicht wieder\nLust\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EBis heute! Da kam die Lust wieder ganz pl\u00f6tzlich als ich das\nMetallgeh\u00e4use der Mikrowelle an mein Metallwaschbecken schob und\npl\u00f6tzlich Funken spr\u00fchten und mein Deckenlicht wieder anging!!! Da\ndachte ich, dass es vielleicht doch was ernsteres sei und rief die\nHausmeisterin an\u2026.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd siehe da (vielleicht wollte sie sich bei mir f\u00fcrs Nervenschonen\nbedanken), sie schickte sofort nach einer Stunde einen Elektriker zu\nmir! Toll!!! Also geht es doch auch mal schnell\u2026. Oder lebe ich seit\nMonaten in einer lebensgef\u00e4hrlichen Zone und weiss es noch nicht einmal!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAuf jeden Fall erkl\u00e4rte ich dem Elektriker die Geschichte, er sah\ndie Zauberei (Mikrowelle an Sp\u00fcle, Funken, Licht an, Mikrowelle weg,\nLicht aus und Lichtschalter wieder kaputt) und war \u00fcberzeugt, dass er\nvon hier nicht weichen w\u00fcrde bis er den Fehler gefunden h\u00e4tte. Das\ndauerte dann noch nicht mal ganze 3,5 Stunden\u2026 Also konnte der Mann\nberuhigt ins Bett gehen, nachdem er mit mir alle K\u00fcchenm\u00f6bel verr\u00fcckt\nhatte (nur noch ein bisschen weiter als letztens mit dem Gasherdmann,\nda der Elektriker ja richtig an alle Steckdosen kommen musste, um sie\nzu \u00fcberpr\u00fcfen, und nicht nur auf Handreichweite um das Kabel gewaltsam\naus der Wand zu reissen). Das war, dachte ich \u00fcbrigens, auch der Grund\nf\u00fcr den offenen Stromkreis\u2026 das gewaltsame aus der Wand reissen des\nHerdkabels hinter dem Geschirrsp\u00fcler. Vielleicht hatte er so ja\nirgendwo an einem Kabel ger\u00fcttelt, was zu viel f\u00fcr die alte\nInstallation war. Ja, das dachte ich\u2026 Das dachte auch der Elektriker\u2026\nwar aber nicht!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd auch nicht die Steckdose auf dem Balkon (die trotz der\nwasserdichten Abdeckung innen feucht war), und nicht alle anderen ab-\nund wieder anmontierten 30 Steckdosen in der Wohnung\u2026 Aber irgendwo\nmusste ja der Fehler sein! Also wurden alle Ger\u00e4te einzeln \u00fcberpr\u00fcft\n(wobei alles andere jeweils ausgeschaltet werden musste)! Ja, das macht\nso richtig Spass stundenlang in einer dunklen Wohnung bei Kerzenlicht\nzu sitzen, w\u00e4hrend ein m\u00fcdes Kind nur noch Spongebob im Fernsehen sehen\nwill (dem man nicht mal in der Mikrowelle sein Essen warm machen kann -\ndem Kind, nicht Spongebob, meine ich\u2026) und nicht mehr dem Piepen des\nStrommmessger\u00e4tes zuh\u00f6ren will\u2026.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EJa\u2026 das war ein richtig spa\u00dfiger Tag heute\u2026. Ich f\u00fchle es jetzt sch\u00f6n im Kreuz\u2026..\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd was war denn endg\u00fcltig schuld??? Tja\u2026. was war es nur nochmal???\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAch so! Die Deckenlampe in der K\u00fcche war falschrum hineingesteckt\nworden\u2026 einfach die Kabel vertauscht gewesen! Darauf kam der wirklich\nnette Elektriker als er fast schon aufgeben und mir einen Trupp von\nWandzert\u00f6rern schicken wollte, die alle Kabel im Haus \u00fcberpr\u00fcfen\nw\u00fcrden\u2026\u2026. Er vertauschte die Kabel wieder und alles funktionierte!!!!\nLichtschalter AN - Licht an, und Lichtschalter AUS - Licht aus! Nach so\nvielen Monaten fast wie Zauberei\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026..\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAber mir blieb noch eine wichtige Frage!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWarum hatte dann die Deckenlampe jahrelang tadellos funktioniert\ntrotz falscher Verkabelung? Und noch wichtiger\u2026 warum h\u00f6rte sie dann\nauf zu funktionieren als der neue Herd eingebaut wurde????\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDas konnte mir der Elektriker auch nicht beantworten\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026..\u003C/p\u003E\u003Cp\u003ENuh Sarche\u003C/p\u003E"} <p>Ja… heute hatte ich eine Begegnung mit einer mir unbekannten Welt…. Mit der Welt der unerklärlichen Phänomene… Wirklich!</p> <p>Also ich stehe so in der Küche mit dem Putzlappen in der Hand (denn heute habe ich mir vorgenommen die Küche mal so richtig auf Vordermann zu bringen)…. Also ich stehe so rum und wische hier und da… und ich verrücke meine Mikrowelle, um auch darunter zu wischen, und da geht plötzlich die Deckenlampe an!!!</p> <p>Klar, normalerweise ist das ja kein so großes Ereignis… Milliarden Deckenlampen gehen täglich hundertfach an und aus… das stimmt…. Aber bei meiner ist das was gaaaaaanz anderes! Die ist kaputt gewesen, und zwar schon monatelang!!!</p> <p>Bei mir gab es in den letzten Monaten kein einfaches AN oder AUS bei meinem Küchenlicht… Das war immer eine längere Prozedur… Da ging ich eben abends in die Küche, knipste automatisch meinen Schalter beim Hineingehen an… und da passierte eben nichts… In Bruchteilen einer Sekunde dämmerte mir dann immer wieder… Klar! Licht kaputt!!! Aber mein Gehirn fiel immer wieder auf den alten Automatismus herein… Reingehen, knipsen und an nichts denken… Bei mir war es dann letzter Zeit doch immer mit einer Denkleistung verbunden gewesen, das einfache Lichtanschalten…</p> <p>Darauf folgte eine verdächtig preiswürdige gymnastische Leistung (bei der wenigen Bewegung seitdem meine Tochter auf der Welt ist… und natürlich meine ich hier nicht die blitzschnellen Bewegungen die Vase aufzufangen bevor sie mit der heruntergerissenen Tischdecke auf den Boden kracht… hier ist eher die sportliche Betätigung gemeint, die aus Zeitmangel dran glauben musste). Na ja… beim Küchenlicht einschalten musste ich mich in den letzten Monaten ganz weit nach vorne beugen (über meinen Sessel hinweg… ja ich habe sehr bequeme Sessel in der Küche… und der Deckenfluter passte leider nur in die Ecke hinter einen der Sessel) und mit Fingerspitzen den kleinen, sehr schwer fassbaren Kippschalter meines Deckenfluters betätigen, den ich mir in die Küche reinstellen musste…</p> <p>Und das kam so….</p> <p>Vor einiger Zeit hörte ich beim Öffnen der Ofentür einen fürchterlich lauten Knall! Ich dachte jemand hätte auf mich geschossen und hätte mich fast auf den Boden geschmissen, würde es zu den Bewegungsmustern meines Körpers gehören auf den Knall des Angeschossen-werdens mich auf den Boden schmeissen zu müssen… Aber das tut es nicht. Weder werde ich öfters angeschossen noch schmeisse ich mich daraufhin auf den Boden, obwohl ich es schon öfters in Filmen gesehen habe! Daher dachte ich, vielleicht sollte ich mich doch mal hinschmeissen, nachdem es geknallt hatte… Aber dann fand ich es doch nicht ganz so passend mich in meiner Küche beim Kuchenbacken in den heruntergefallenen Mehlresten zu wälzen. Also überlegte ich lieber woher der Knall kam…</p> <p>Und der konnte nur vom Herd gekommen sein. Also unterzog ich ihn einer genaueren Prüfung und fand heraus, dass wohl eine Feder sich gelöst haben musste (hmmmmm, ich wusste nicht, dass meine Ofentür mit Federn funktioniert…) und dann zum Glück irgendwohin ins metallene Ofeninnere geschossen sein musste (zum Glück!). Als ich an der Ofentür dran zog, konnte ich sie nun auf der rechte Seite ganz aushacken und schliessen konnte ich sie auch nicht mehr ganz dicht (und ich meine ganz abgesehen von den seit Jahren sich beim Erhitzen ausdehnenden und herunterhängenden Gummidichtungen!).</p> <p>So beglückte ich meine Hausmeisterin mit der frohen Botschaft, dass ich noch lebte. Jawohl! Ich lebte noch, obwohl der Ofen gerade auf mich ein Attentat verübt hatte, zum Glück erfolglos! Und ich hätte gerne einen neuen Ofen, da dieser schon drei mal repariert wurde und sowieso nie einwandfrei funktioniert hätte. Jetzt sei es für mich doch zu gefährlich bei einer in der Küche wild tobenden Dreijährigen, da bei dem kleinsten Antippen die Tür ungestoppt runterfallen würde… Da war die Hausmeisterin natürlich hocherfreut! So hocherfreut, dass sie mir schon nach noch nicht mal vier Wochen persönlich einen Besuch abstattete (ich übte bis dahin einen offensiven Ofenspeisen-Hungerstreik aus… Wer weiss vielleicht nützte es ja was…….).</p> <p>Sie schickte nicht etwa einen neuen Ofen zu mir… Nein! Sie kam persönlich! Sie musste ja den Attentäter selber sehen und befinden, ob er nun hingerichtet werden müsse oder nicht… Sie schaute sich den Ofen eine ganze halbe Minute an und sagte, sie hätte keine Ahnung, er sehe doch noch ganz gut aus… Ich bestand dann aber doch noch auf einen Techniker… Der kam dann nach fast zwei Wochen, ganz unangemeldet (nachdem er mir ungefragt einen unpassenden Termin auf einem Zettel hingekritzelt im Briefkasten hinterlassen hatte, ohne eine Telefonnummer, wo ich hätte den Termin verschieben können). Aber das geschah mir ja nun recht, nachdem ich mit Absicht meiner Hausmeisterin keine neue Telefonnummer gegeben hatte, die sie ihm hätte geben können…..</p> <p>Auf jeden Fall ist das Ende der Geschichte, dass er mir sofort einen neuen Herd zugestand, da dieser ja lebensgefährlich sei. Und er hätte es schon bei den letzten Reparaturen schon angemerkt, dass es sich bei diesem Herd nun wirklich nicht mehr lohne…. Aber ich wisse ja… Wohngesellschaften! Früher hätten die Leute ja ihre neuen Herde in den Kellern verrosten lassen, weil es bei jedem Neueinzug einen neuen Herd gab… Heute wollten sie ja nicht mal bei so hoffnungslosen Fällen wie diesem einen neuen Herd spendieren! Na ja…. Am Ende hatte ich nach weiteren zwei Wochen doch einen neuen Herd!!! Einen nigelnagelneuen Gasherd! Hatte ich noch nie! Super!……..</p> <p>Bei dem Einbau mit demselben Techniker musste ich zwar meine halbe Küche auseinanderbauen, weil das Stromkabel des alten Herdes in der Steckdose hinter dem Geschirrspüler eingesteckt war, woraufhin der Geschirrspüler seinen Strom aus der Dose unter der Spüle zapfen musste… Aber jetzt hatte ich ihn! Den neuen Herd!</p> <p>Meine Freude wurde aber am Abend gleich zerstört, als ich ihn mir nochmals stolz ansehen wollte, ich aber feststellen musste, dass nun meine Deckenleuchte nicht mehr ging! Ich versuchte es mit neuen Glühbirnen, aber das war es nicht… Neuer Gasherd, aber kein Deckenlicht… irgendwie krank….! Aber ganz und gar WAHR!</p> <p>Mit dieser wunderbaren Neuigkeit wollte ich meine nette Hausmeisterin nicht erfreuen, also schleppte ich den Deckefluter an und machte allabendlich Lichtanschaltgymnastik… Mein Mann war übrigens auch hocherfreut! Das sind eben die täglichen kleinen Freuden einer Hausfrau… Aber ich wollte ja doch nur die Nerven der Hausmeisterin schonen und meine auch, da auf nochmaliges verrücken aller Küchenmöbel, und Schrauben lösen, und Tischplatten anheben, und peinliche Ölflecken unter den Schränken schnell abwischen u.s.w. hatte ich nicht wieder Lust…</p> <p>Bis heute! Da kam die Lust wieder ganz plötzlich als ich das Metallgehäuse der Mikrowelle an mein Metallwaschbecken schob und plötzlich Funken sprühten und mein Deckenlicht wieder anging!!! Da dachte ich, dass es vielleicht doch was ernsteres sei und rief die Hausmeisterin an….</p> <p>Und siehe da (vielleicht wollte sie sich bei mir fürs Nervenschonen bedanken), sie schickte sofort nach einer Stunde einen Elektriker zu mir! Toll!!! Also geht es doch auch mal schnell…. Oder lebe ich seit Monaten in einer lebensgefährlichen Zone und weiss es noch nicht einmal!</p> <p>Auf jeden Fall erklärte ich dem Elektriker die Geschichte, er sah die Zauberei (Mikrowelle an Spüle, Funken, Licht an, Mikrowelle weg, Licht aus und Lichtschalter wieder kaputt) und war überzeugt, dass er von hier nicht weichen würde bis er den Fehler gefunden hätte. Das dauerte dann noch nicht mal ganze 3,5 Stunden… Also konnte der Mann beruhigt ins Bett gehen, nachdem er mit mir alle Küchenmöbel verrückt hatte (nur noch ein bisschen weiter als letztens mit dem Gasherdmann, da der Elektriker ja richtig an alle Steckdosen kommen musste, um sie zu überprüfen, und nicht nur auf Handreichweite um das Kabel gewaltsam aus der Wand zu reissen). Das war, dachte ich übrigens, auch der Grund für den offenen Stromkreis… das gewaltsame aus der Wand reissen des Herdkabels hinter dem Geschirrspüler. Vielleicht hatte er so ja irgendwo an einem Kabel gerüttelt, was zu viel für die alte Installation war. Ja, das dachte ich… Das dachte auch der Elektriker… war aber nicht!</p> <p>Und auch nicht die Steckdose auf dem Balkon (die trotz der wasserdichten Abdeckung innen feucht war), und nicht alle anderen ab- und wieder anmontierten 30 Steckdosen in der Wohnung… Aber irgendwo musste ja der Fehler sein! Also wurden alle Geräte einzeln überprüft (wobei alles andere jeweils ausgeschaltet werden musste)! Ja, das macht so richtig Spass stundenlang in einer dunklen Wohnung bei Kerzenlicht zu sitzen, während ein müdes Kind nur noch Spongebob im Fernsehen sehen will (dem man nicht mal in der Mikrowelle sein Essen warm machen kann - dem Kind, nicht Spongebob, meine ich…) und nicht mehr dem Piepen des Strommmessgerätes zuhören will….</p> <p>Ja… das war ein richtig spaßiger Tag heute…. Ich fühle es jetzt schön im Kreuz…..</p> <p>Und was war denn endgültig schuld??? Tja…. was war es nur nochmal???</p> <p>Ach so! Die Deckenlampe in der Küche war falschrum hineingesteckt worden… einfach die Kabel vertauscht gewesen! Darauf kam der wirklich nette Elektriker als er fast schon aufgeben und mir einen Trupp von Wandzertörern schicken wollte, die alle Kabel im Haus überprüfen würden……. Er vertauschte die Kabel wieder und alles funktionierte!!!! Lichtschalter AN - Licht an, und Lichtschalter AUS - Licht aus! Nach so vielen Monaten fast wie Zauberei……………………..</p> <p>Aber mir blieb noch eine wichtige Frage!</p> <p>Warum hatte dann die Deckenlampe jahrelang tadellos funktioniert trotz falscher Verkabelung? Und noch wichtiger… warum hörte sie dann auf zu funktionieren als der neue Herd eingebaut wurde????</p> <p>Das konnte mir der Elektriker auch nicht beantworten…………………………..</p><p>Nuh Sarche</p>Tue, 21 Apr 2009 11:03:10 GMThttp://kurzgeschichten.soup.io/post/17655966/Begegnungen-mit-dem-ganz-nat-rlichen-bernaturn:www-soup-io:1:17655966regular Von Märchenprinzen und dem ganz normalen Leben, das dazwischenkommt… {"tags":[],"type":"regular","title":"Von M\u00e4rchenprinzen und dem ganz normalen Leben, das dazwischenkommt\u2026","source":null,"body":"\u003Cp\u003ENa ja, das kennst Du doch\u2026 Shit happens. Aber, dass es gleich so\ndicke kommt, das h\u00e4tte sich meine Freundin an diesem Morgen nicht\ngedacht. Bis zu diesem Augenblick als sie im Treppenhaus stand und pl\u00f6tzlich die Aussichtslosigkeit ihrer Lage begriff\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd so fing alles an\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESie lernte in der Disco einen sehr netten Typen kennen. Einen\nwirklich seeeehr netten Typen! Und wie es so ist, gingen sie danach zu\nihm. Sie hatten wirklich einen super tollen Draht zueinander. Da\nstimmte von Anfang an alles. Und sie blieb da. Am liebsten w\u00e4re sie f\u00fcr\nimmer geblieben. Nach dieser Nacht hatte sie das Gef\u00fchl, als ob sie ihn\nschon immer gekannt h\u00e4tte. Das passiert nicht oft, aber endlich ist es\nauch ihr passiert. Endlich! Das war er!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd nachdem er ihr morgens den Kaffee ans Bett gebracht hatte, sagte\ner, dass sie einfach bleiben k\u00f6nnte wenn sie wollte. Am liebsten f\u00fcr\nimmer. Und er sagte das wirklich! Er m\u00fcsse allerdings jetzt zur Arbeit\nins Krankenhaus und w\u00fcrde erst sp\u00e4t wieder zur\u00fcckkommen. Er w\u00fcrde sich\naber seeeeeeehr freuen wenn sie dann noch da w\u00e4re. Dabei k\u00fcsste er sie\nso leidenschaftlich, dass sie von den Socken fallen w\u00fcrde, h\u00e4tte sie\nwelche angehabt. Und nicht mal der morgendliche ungeputzte Mundmief\nhatte ihn gest\u00f6rt. Das musste doch der Traumprinz sein auf den sie so\nlange gewartet hatte, und ein Arzt noch dazu!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDa er aber jetzt wirklich sehr in Eile war, kritzelte er ihr seine\nTelefonnummer auf einen alten Kassenzettel, den er auf die schnelle in\nder K\u00fcche fand. Von der K\u00fcche aus kommunizierte er weiter, dass wenn\nsie aber heute doch noch zur Uni gehen w\u00fcrde, er k\u00f6nne ja verstehen\nwenn sie nicht bis zum Abend hier alleine rumsitzen wollte, obwohl der\nK\u00fchlschrank ausreichend gef\u00fcllt w\u00e4re, sie k\u00f6nne sich \u00fcbrigens frei\nbedienen, da er ja kein richtiges Fr\u00fchst\u00fcck mehr machen k\u00f6nne. Ja\ngenau, wenn sie gehen w\u00fcrde, dann sollte sie einfach nur die T\u00fcr\nzumachen. So nach acht w\u00e4re er dann wieder da, und w\u00fcrde ihr ein\nwunderbares Abendessen zaubern\u2026 Wie auch immer, er w\u00fcrde sich seeeehr\nfreuen sie dann hier wiederzusehen. \u00dcbrigens die Toilette sollte sie\nlieber nicht benutzen, weil sie seit gestern total verstopft w\u00e4re. Er\nw\u00fcrde nach der Arbeit gleich einen Notrufs-Klempner kommen lassen.\n\u201cDann bis dann meine Traumfrau\u201d h\u00f6rte sie noch und die T\u00fcr schlug zu.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDa war sie allein in seiner Wohnung auf Wolke sieben. Er hatte ihr\ntotal vertraut und sie hier ganz alleine gelassen! Sie fand einen\nvollen K\u00fchlschrank und die Nummer auf dem K\u00fcchentisch. Nach dem\nFr\u00fchst\u00fcck fand sie dann die Arztkittel und Latexhandschuhe im Schrank,\naber keine Hochzeitsbilder in den Fotoalben. Selbstverst\u00e4ndlich musste\nsie alles durchsuchen, wenn sie schon mal hier alleine war. Nat\u00fcrlich\nganz dezent, aber doch sehr gr\u00fcndlich. Und sie fand hier ihren\nzuk\u00fcnftigen Ehemann! Ja, das war er - ihr zuk\u00fcnftiger Ehemann!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESie w\u00fcrde gleich zur Uni gehen und zum Abendessen wieder da sein.\nVielleicht dann wirklich f\u00fcr immer\u2026 Sie hatte sich fertig gemacht und\nals sie so vor sich hin tr\u00e4umte, da ging sie zum Bad und setzte sich\nwie selbstverst\u00e4ndlich auf die Toilette. Als sie fertig war, da\n\u00fcberfiel sie pl\u00f6tzlich ein kalt-hei\u00dfer Schauer! Hatte er nicht etwas\nvon verstopft gesagt? Sie versuchte ganz leicht die Sp\u00fclung zu dr\u00fccken\nund als das Wasser statt abzuflie\u00dfen sich zu t\u00fcrmen begann, da wusste\nsie, sie sitzt jetzt wortw\u00f6rtlich in der Schei\u00dfe!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ETja, was machen??? Ihr fielen schnell die Latexhandschuhe im Schrank\nein. Sie holte sich einen und zog ihn an. Dann begann sie in der Br\u00fche\nrumzufischen, und als sie mit dem gr\u00f6bsten fertig war, da zog sie den\nHandschuh auf links drehend vorsichtig aus. Danach schn\u00fcrte sie den\nHandschuh s\u00e4uberlich wieder zu, obwohl es keinesfalls einfach war, und\nwollte ihn so unauff\u00e4llig wie m\u00f6glich im K\u00fcchenm\u00fclleimer entsorgen.\nAlso lief sie zur K\u00fcche und suchte panikartig nach dem M\u00fclleimer. Sie\nkonnte ihn nicht finden, also lie\u00df sie den Handschuh auf dem Tisch\nliegen und wollte schnell zuerst noch die Toilette in Ordnung bringen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDas Wasser war ein wenig abgeflossen, aber es kostete sie viel M\u00fche\nund Zeit die Toilette wieder in einen ansehnlichen Zustand zu bringen.\nAls sie fertig war, war es ihr so peinlich, dass sie sich einfach ihre\nTasche schnappte und so schnell wie m\u00f6glich raus rannte. Bis zum Abend\nw\u00fcrde man sicher von dem peinlichen Vorfall nichts mehr merken!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESie schlug die T\u00fcr hinter sich zu und in dieser Sekunde fiel ihr der Handschuh auf dem K\u00fcchentisch ein\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESie stellte sich nur entsetzt vor, wie er die Symbolik des f\u00e4kalen\nHandschuhs auf seiner nicht mitgenommenen Telefonnummer (die hatte sie\nnat\u00fcrlich auch in diesem Stress auf dem K\u00fcchentisch vergessen) deuten\nw\u00fcrde. Da hatte er ihr so vertraut, ihr seine ganze Wohnung \u00fcberlassen,\nnachdem sie sich gerade mal ein paar Stunden gekannt hatten, und sie\nhatte ihm so was auf den K\u00fcchentisch gepackt. Eine Fetischistin? Ein\nFreak? Auf keinen Fall eine zuk\u00fcnftige Ehefrau!!!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EEs w\u00fcrde sich ja auch ganz komisch in ihrer Kennenlern-Geschichte\nmachen, wenn er erw\u00e4hnen w\u00fcrde, was er fand nachdem sie weg war\u2026 Nein,\nkeinen Glaspantoffel, eher einen Gummihandschuh\u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd ob der M\u00e4rchenprinz sie danach noch gesucht hatte???? Das wei\u00df auch keiner\u2026\u003C/p\u003E\u003Cp\u003ENuh Sarche\u003C/p\u003E"} <p>Na ja, das kennst Du doch… Shit happens. Aber, dass es gleich so dicke kommt, das hätte sich meine Freundin an diesem Morgen nicht gedacht. Bis zu diesem Augenblick als sie im Treppenhaus stand und plötzlich die Aussichtslosigkeit ihrer Lage begriff…</p> <p>Und so fing alles an…</p> <p>Sie lernte in der Disco einen sehr netten Typen kennen. Einen wirklich seeeehr netten Typen! Und wie es so ist, gingen sie danach zu ihm. Sie hatten wirklich einen super tollen Draht zueinander. Da stimmte von Anfang an alles. Und sie blieb da. Am liebsten wäre sie für immer geblieben. Nach dieser Nacht hatte sie das Gefühl, als ob sie ihn schon immer gekannt hätte. Das passiert nicht oft, aber endlich ist es auch ihr passiert. Endlich! Das war er!</p> <p>Und nachdem er ihr morgens den Kaffee ans Bett gebracht hatte, sagte er, dass sie einfach bleiben könnte wenn sie wollte. Am liebsten für immer. Und er sagte das wirklich! Er müsse allerdings jetzt zur Arbeit ins Krankenhaus und würde erst spät wieder zurückkommen. Er würde sich aber seeeeeeehr freuen wenn sie dann noch da wäre. Dabei küsste er sie so leidenschaftlich, dass sie von den Socken fallen würde, hätte sie welche angehabt. Und nicht mal der morgendliche ungeputzte Mundmief hatte ihn gestört. Das musste doch der Traumprinz sein auf den sie so lange gewartet hatte, und ein Arzt noch dazu!</p> <p>Da er aber jetzt wirklich sehr in Eile war, kritzelte er ihr seine Telefonnummer auf einen alten Kassenzettel, den er auf die schnelle in der Küche fand. Von der Küche aus kommunizierte er weiter, dass wenn sie aber heute doch noch zur Uni gehen würde, er könne ja verstehen wenn sie nicht bis zum Abend hier alleine rumsitzen wollte, obwohl der Kühlschrank ausreichend gefüllt wäre, sie könne sich übrigens frei bedienen, da er ja kein richtiges Frühstück mehr machen könne. Ja genau, wenn sie gehen würde, dann sollte sie einfach nur die Tür zumachen. So nach acht wäre er dann wieder da, und würde ihr ein wunderbares Abendessen zaubern… Wie auch immer, er würde sich seeeehr freuen sie dann hier wiederzusehen. Übrigens die Toilette sollte sie lieber nicht benutzen, weil sie seit gestern total verstopft wäre. Er würde nach der Arbeit gleich einen Notrufs-Klempner kommen lassen. “Dann bis dann meine Traumfrau” hörte sie noch und die Tür schlug zu.</p> <p>Da war sie allein in seiner Wohnung auf Wolke sieben. Er hatte ihr total vertraut und sie hier ganz alleine gelassen! Sie fand einen vollen Kühlschrank und die Nummer auf dem Küchentisch. Nach dem Frühstück fand sie dann die Arztkittel und Latexhandschuhe im Schrank, aber keine Hochzeitsbilder in den Fotoalben. Selbstverständlich musste sie alles durchsuchen, wenn sie schon mal hier alleine war. Natürlich ganz dezent, aber doch sehr gründlich. Und sie fand hier ihren zukünftigen Ehemann! Ja, das war er - ihr zukünftiger Ehemann!</p> <p>Sie würde gleich zur Uni gehen und zum Abendessen wieder da sein. Vielleicht dann wirklich für immer… Sie hatte sich fertig gemacht und als sie so vor sich hin träumte, da ging sie zum Bad und setzte sich wie selbstverständlich auf die Toilette. Als sie fertig war, da überfiel sie plötzlich ein kalt-heißer Schauer! Hatte er nicht etwas von verstopft gesagt? Sie versuchte ganz leicht die Spülung zu drücken und als das Wasser statt abzufließen sich zu türmen begann, da wusste sie, sie sitzt jetzt wortwörtlich in der Scheiße!</p> <p>Tja, was machen??? Ihr fielen schnell die Latexhandschuhe im Schrank ein. Sie holte sich einen und zog ihn an. Dann begann sie in der Brühe rumzufischen, und als sie mit dem gröbsten fertig war, da zog sie den Handschuh auf links drehend vorsichtig aus. Danach schnürte sie den Handschuh säuberlich wieder zu, obwohl es keinesfalls einfach war, und wollte ihn so unauffällig wie möglich im Küchenmülleimer entsorgen. Also lief sie zur Küche und suchte panikartig nach dem Mülleimer. Sie konnte ihn nicht finden, also ließ sie den Handschuh auf dem Tisch liegen und wollte schnell zuerst noch die Toilette in Ordnung bringen.</p> <p>Das Wasser war ein wenig abgeflossen, aber es kostete sie viel Mühe und Zeit die Toilette wieder in einen ansehnlichen Zustand zu bringen. Als sie fertig war, war es ihr so peinlich, dass sie sich einfach ihre Tasche schnappte und so schnell wie möglich raus rannte. Bis zum Abend würde man sicher von dem peinlichen Vorfall nichts mehr merken!</p> <p>Sie schlug die Tür hinter sich zu und in dieser Sekunde fiel ihr der Handschuh auf dem Küchentisch ein…</p> <p>Sie stellte sich nur entsetzt vor, wie er die Symbolik des fäkalen Handschuhs auf seiner nicht mitgenommenen Telefonnummer (die hatte sie natürlich auch in diesem Stress auf dem Küchentisch vergessen) deuten würde. Da hatte er ihr so vertraut, ihr seine ganze Wohnung überlassen, nachdem sie sich gerade mal ein paar Stunden gekannt hatten, und sie hatte ihm so was auf den Küchentisch gepackt. Eine Fetischistin? Ein Freak? Auf keinen Fall eine zukünftige Ehefrau!!!</p> <p>Es würde sich ja auch ganz komisch in ihrer Kennenlern-Geschichte machen, wenn er erwähnen würde, was er fand nachdem sie weg war… Nein, keinen Glaspantoffel, eher einen Gummihandschuh…</p> <p>Und ob der Märchenprinz sie danach noch gesucht hatte???? Das weiß auch keiner…</p><p>Nuh Sarche</p>Tue, 21 Apr 2009 11:02:10 GMThttp://kurzgeschichten.soup.io/post/17655943/Von-M-rchenprinzen-und-dem-ganz-normalenurn:www-soup-io:1:17655943regular